Jeder weiß, dass regelmäßige Bewegung ein wichtiger Baustein für Gesundheit und körperliches Wohlbefinden ist.
Beim Fasten ist Bewegung sogar essentiell und entscheidend für das Ausmaß eventueller Fastenbeschwerden und den Erfolg des Fastens.
Mit dem Verzicht auf feste Nahrung beginnen im Körper Vorgänge, die sonst nicht an der Tagesordnung sind und die u.a. durch regelmäßige und ausdauernde Bewegung unterstützt werden müssen, damit wir gesund und vital aus einer Fastenkur herausgehen.

Bewegung verhindert Muskelabbau, fördert den Abbau von Fett und ungesunden Ablagerungen und stärkt das Herz

Sind nach spätestens 48 Stunden ohne Nahrung die Kohlehydrat-Vorräte im Körper aufgebraucht, greift der Körper stärker auf vorhandene Eiweiße und Fette zurück. Da die Energiegewinnung aus Eiweißen leichter vonstatten geht, als die aus Fett, werden jetzt bevorzugt Eiweiße verdaut – jedoch immer unter der Berücksichtigung, möglichst keinen Schaden anzurichten. Das bedeutet: verdaut wird, was nicht gebraucht wird.

Muskeln bestehen überwiegend aus Eiweißen. Die von Fasten-Skeptikern oft beschriebene Horrorvision, dass der Körper sein eigenes Herz angreifen würde, um daraus Energie zu gewinnen, ist also nicht real.
Wenn wir dann noch auf die Millionen von Jahren schauen, die die Menschheit trotz Hungerperioden und anderer heute als gefährlich geltenden Situationen überlebt hat, können und sollten wir getrost darauf vertrauen, dass unser Körper immer auf das Überleben ausgerichtet ist – auch wenn es uns manchmal nicht so vorkommt.
So würde der Körper lebenswichtige Organe erst angreifen, wenn ihm absolut nichts mehr weiter übrig bleibt.
Wenn wir unserem Körper beim Fasten ein Zeichen dafür geben, dass wir unsere Muskeln brauchen, wird er sie auch nicht abbauen. Im Gegenteil. Er baut sie sogar auf.
Stattdessen wird er aber jede Menge Eiweiß in Energie umwandeln, was er z.B. als Ablagerungen – meistens in Kombination mit Fetten oder Zuckermolekülen – in unseren Blutgefäßen findet, oder aber abgestorbene Zellfragmente, unbrauchbare Bakterien, Parasiten und andere Krankheitserreger u.v.m.
Parallel macht er sich auch an unserem überflüssigen Speck zu schaffen, um auch daraus Energie zu gewinnen.
Fasten kann mit viel achtsamer Bewegung sogar den Herzmuskel stärken.

Bewegung fördert die Ausleitung von Säuren und Giften

Durch den Abbau von Fetten und Eiweißen in unserem Körper fallen unweigerlich viele Giftstoffe an. Zum einen werden Umweltgifte, die wir vorwiegend über die Nahrung, Medikamente oder die Atemluft aufgenommen haben, aus ihren bisherigen Depots freigesetzt, und wir haben die Chance, diese endlich mal zumindest zu reduzieren.
Zum anderen bilden sich beim Abbau von Fetten und Eiweißen Stoffwechselendprodukte, die uns zwar nicht gleich töten, aber unsere Organe, Haut- und Schleimhäute und das Gehirn sehr belasten können. Sie haben einen sauren pH-Wert, und der Körper muss auf basische Substanzen wie z.B. Calcium und Magnesium aus den Knochen und Zähnen zurückgreifen, um Blut und Gewebe vor einer Übersäuerung zu bewahren.
Durch diese freien Gifte und Säuren entstehen die meisten Fastenbeschwerden, wie Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Glieder- und Rückenschmerzen.
Bewegung an frischer Luft sorgt für eine vertiefte Atmung, was die Ausscheidung von Säure über die Lunge stark fördert.
Weiterhin bewirkt sie eine verstärkte Durchblutung, was den Abtransport dieser belastenden Stoffe fördert.
Die Lymphe, welche auf die Bewegung unserer Muskeln angewiesen ist, wird angeregt und kann so ebenfalls Giftstoffe schneller und gründlicher abtransportieren.
Die Sauerstoffversorgung des Gewebes wird verstärkt, was wiederum zu einer schnelleren Entsäuerung führt, und somit auch zu einer besseren Fettverbrennung. Denn um sich vor einer massiven Übersäuerung, die zu lebensbedrohlichen Zuständen führen würde, zu schützen, würde unser Körper eher den Fettabbau einstellen und uns mit Hilfe von Schmerzen und Müdigkeit zur Ruhe zwecks Energieeinsparung zwingen.
Bei Unpässlichkeiten während des Fastens ist es deshalb ratsam, immer sofort an die frische Luft zu gehen und sich zu bewegen.

Bewegung verhindert den Jojo-Effekt

Bei Diäten mit einer reduzierten Kalorienzufuhr oder beim Hungern begibt sich der Stoffwechsel in den Energiespar-Modus und verbleibt auch nach der Diät noch eine ganze Weile darin. Das hat zur Folge, dass der Grundumsatz bei der Wiederaufnahme des gewohnten Essverhaltens viel geringer ist als vor der Diät oder Hungerkur. Die Überschüssige in Form von Nahrung aufgenommene Energie speichert er ziemlich rasch in den altgewohnten “Problemzonen”. Meistens landet nun noch viel mehr dort, als vor der Diät da war.
Regelmäßige Bewegung beim Fasten verhindert diesen Jojo-Effekt, da der Stoffwechsel in Bewegung bleibt. Diese Stoffwechselaktivität bleibt sogar noch eine Weile bestehen, wenn wir wieder in unserem bewegungsarmen Alltag angekommen sind.
Natürlich darf es ruhig ein Ziel sein, sich nicht nur beim Fasten regelmäßig zu bewegen. Durch regelmäßige bewusste Bewegung im Alltag können die gesundheitlichen Erfolge des Fastens noch gesteigert und zeitlebens beibehalten werden.

Bewegung stärkt die Seele und beruhigt den Geist

Durch die körperlichen Prozesse beim Fasten haben Fastende in der Regel ohnehin ein positives Grundgefühl.
Durch den Abbau von Fett und anderen Ein- und Ablagerungen kann aber auch die Seele freier werden, und einst unbewusst versteckte Emotionen bahnen sich leichter ihren Weg nach draußen.
Es ist immer gut, den Emotionen freien Lauf zu lassen. Wenn Tränen fließen können, werden Zellen auch von feinstofflichen Informationen gereinigt und können wieder neue – hoffentlich überwiegend positive – Informationen aufnehmen.
Bewegung – vorzugsweise im Grünen – hilft auch auf der emotionalen Ebene, Altes zu lösen und die Zellen von negativen emotionalen Belastungen zu reinigen.

Aber auch ein unruhiger Geist wird durch Bewegung an frischer Luft gebändigt und ausgeglichener – vorausgesetzt die Bewegung findet in einer reizarmen Umgebung statt.
Körperliche Zeichen der inneren Unruhe, wie rastlose Beine, Muskelverspannungen, das Verlangen nach gewohnten Stimulantien (Kaffee, schwarzen Tee, Zigaretten, Alkohol etc.) werden nach einem bewegten Aufenthalt an der frischen Luft gelindert.

Bewegung wärmt

Viele Fastende – besonders die Schlanken – frieren.
Wenn der Körper in den Energiesparmodus fährt, wird uns kalt. Alle Wärme wird im Körperinneren festgehalten – sowie auch alte Schlacken, Fett und alte Emotionen.
Bewegung sorgt dafür, dass der Körper weiter Energie verbraucht, die er nun aus seinen eigenen Reserven (den Schlacken und dem Fett) holt – was ja eben den gewünschten Effekt beim Fasten ausmacht.
Dadurch verschwindet das Frösteln, was viele Fastende verspüren, sehr zuverlässig. Das Wärmegefühl hält auch nach einer Bewegungseinheit einige Zeit an.

Bewegung beugt Hungergefühlen vor

Normalerweise verspürt man beim Kurzzeit-Fasten keinen Hunger. Sobald der Darm frei von Speiseresten ist, schaltet der Stoffwechsel auf ein anderes Energieprogramm um, was keine Hungergefühle zulässt, solange genug Eigenreserven vorhanden sind.
Wenn wir beim Fasten Hunger verspüren, kann es an einer unzureichenden Darmreinigung liegen. Ein Darmbad mit dem Irrigator schafft dann in der Regel Abhilfe.

Häufiger ist es jedoch, dass wir auf bestimmte Zeiten programmiert sind. Auch wenn es im der Geist der heutigen Zeit liegt, immer zwischendurch kleine Häppchen zu essen – was im Übrigen sehr schädlich für den Stoffwechsel ist – steckt doch eine Programmierung von mindestens 3 Hauptmahlzeiten in uns fest. Die Verdauungssäfte stehen zu bestimmten Zeiten in den Startlöchern und warten auf Arbeit. Unser Gehirn kommt dann gar nicht darum herum, ans Essen zu denken – auch wenn es nur für einen klitzekleinen Moment ist. Aber auch der noch so kleinste Gedanken an das Essen sorgt für eine geringe Ausschüttung von Verdauungssäften und leichten Magenbewegungen.

Um die von den Mahlzeiten unabhängige Freiheit während des Fastens zu genießen, empfehle ich, kurz vor einer gewohnten Essenszeit, die Wander- oder Laufschuhe anzuziehen und für eine “Bewegungsmahlzeit” zu sorgen.
Ich persönlich sorge immer für 2 Bewegungseinheiten am Tag. Da sich während des Nachtschlafs besonders viele Stoffwechselendprodukte bilden, ist ein Morgengang oder auch Bewegung (z.B. Yoga) am offenen Fenster oder einem gut gelüfteten Raum unabdingbar. Der Fokus sollte dabei unbedingt auf der Atmung liegen. Anschließend genehmige ich mir mein Saftfrühstück.
Um die Vitamin-D-Speicher gleichzeitig zu füllen, bevorzuge ich für die zweite und etwas längere Bewegungseinheit die Mittagszeit; je nach Jahreszeit zwischen 11 und 15 Uhr.
Der Gedanke ans Mittagessen entfällt – es sei denn man kommt an einem Restaurant vorbei – und der Körper wird mit Natureindrücken und Sonnenstrahlen gefüttert.
Sollte es doch ein Gedanke schaffen, die Verdauungssäfte anzukurbeln, hilft ein guter Schluck Wasser, um diese zu verdünnen, sowie eine kleine Meditation, die den Fokus auf die Natur richtet.
Auf alle Fälle sind die Chancen, nur ans Essen zu denken, geringer, als wenn wir unbeweglich im Zimmer hocken und Kochsendungen schauen.

Die richtige Bewegung beim Fasten

Achtsamkeit ist das Mantra beim Fasten – auch wenn es um Bewegung geht!

Es gibt keine “beste Art” der Bewegung.
Welche Bewegung für wen geeignet ist, hängt von Faktoren, wie körperlicher Fitness, körperlichen Einschränkungen, den Möglichkeiten sowie den eigenen Interessen ab.

Laufen, Fahrradfahren, Schwimmen, Nordic Walking, Zumba etc. … alles, was uns mindestens leicht zum Schwitzen bringt eignet sich beim Fasten!
Auch Yoga bringt effektiv Bewegung in den Stoffwechsel und beruhigt Körper, Geist und Seele gleichermaßen. Richtig durchgeführt, wärmen Yogaübungen auch ordentlich durch.

Wandern ist für fast jeden machbar und deshalb bei vielen geführten Fastenangeboten das beliebteste Mittel für die tägliche Bewegung.
Beim Wandern kann jeder sein eigenes Tempo bestimmen, was weder zu langsam noch zu anstrengend sein sollte.

Moderates Wandern wird allerdings niemanden zum Schwitzen bringen, der es gewohnt ist, regelmäßig für Extremsportarten zu trainieren.

Wer nebenbei zur Arbeit geht, kann den Weg zur Arbeit – oder zumindest einen Teil davon – für Bewegung nutzen, indem er ein paar Bushaltestellen stramm zu Fuß geht oder aufs Fahrrad umsteigt.
Sollte der Arbeitsweg jedoch sehr laut und umgeben von Abgasen und Elektrosmog sein, ist es besser, diesen auf dem gewohnten kürzesten Weg zu absolvieren und eine Extra-Spazierrunde in der Natur einzuplanen.

Egal, für welche Art der Bewegung du dich entscheidest; es ist wichtig, dass Anspannung und Entspannung sich in einem ausgewogenen Verhältnis abwechseln.
Pausen gehören bei Bewegungseinheiten von mehr als 45 min immer dazu! Je nach Bedürfnis können aber auch schon bei kürzeren Bewegungseinheiten Pausen eingelegt werden.
Die Bewegung kann leichte Dehnungsschmerzen hervorrufen. Stechende Schmerzen hingegen sind ein Alarmsignal und zeigen an, dass eine körperliche Grenze überschritten wurde. In diesem Fall muss die Bewegungsintensität unmittelbar verringert werden.

Wie oft und wie lange soll man sich beim Fasten bewegen?

Wenigstens 2 Stunden, inklusive kurzer Pausen!
Mehr geht natürlich immer, solange Ruhepausen eingelegt werden. Je länger die Bewegungseinheit, umso länger sollten auch die Pausen sein.

Ich empfehle, sich mindestens 2x täglich bewusst für längere Zeit zu bewegen, wobei das erste Mal ziemlich zeitnah nach dem Aufstehen und noch vor einer Saftmahlzeit oder der Fastenbrühe (manch einer nimmt sie schon zum “Frühstück” ein), sein sollte, um die Resorptions- und Reinigungsvorgänge der Nacht nicht durch die (kleine) Kohlehydratzufuhr zu unterbrechen.
Kräutertee und/oder Wasser sollten hingegen immer vor der Bewegungseinheit getrunken werden, um alles schnell in den Fluss zu bekommen und die Nieren bei ihrer Entgiftungsarbeit zu unterstützen.

Fazit

Bewusste tägliche Bewegung ist beim richtigen Fasten eine begleitende Pflichtmaßnahme!
Sie fördert nicht nur die Gesundheit, sondern verhindert Schäden, die durch falsches Fasten hervorgerufen werden können.
Fast alle Fastenbeschwerden lassen sich durch Bewegung an frischer Luft lindern oder beseitigen.
Auf welche Weise die Bewegung erfolgt, hängt von den körperlichen Möglichkeiten, örtlichen und zeitlichen Gegebenheiten, der körperlichen Fitness und den eigenen Vorlieben ab.
Auf jeden Fall sollte die Bewegung keinen Wettkampf-Gedanken verfolgen und mit Achtsamkeit sowie im Wechsel mit Entspannung ausgeführt werden.

Hast du Fragen oder Anregungen?

Du kannst mir jederzeit schreiben, aber gerne auch etwas in das Kommentarfeld unter dem Artikel eintragen.

Ich wünsche dir alles Gute für deine Gesundheit!


Quellenangaben: 

Dr. med Hellmut Lützner “Fasten”
Otto Buchinger “Das Heilfasten und seine Hilfsmethoden als biologischer Weg”
Dr. med. Max Otto Bruker “Fasten – aber richtig”


0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.